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Start ins Ausbildungsjahr 2019/2020

Das müssen Arbeitgeber bei Auszubildenden beachten

 

In Kürze beginnen mehr als eine halbe Million junger Menschen eine Berufsausbildung. Für Arbeitgeber gibt es dabei rechtlich und steuerlich so einiges zu beachten. Auszubildende haben grundsätzlich Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung, die der Ausbildungsbetrieb auf der Grundlage eines schriftlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrags monatlich zahlt. Der gesetzliche Mindestlohn ist nicht zu zahlen. Doch ab 2020 soll es eine Mindestausbildungsvergütung geben. Die Rede ist von 515 Euro monatlich für Auszubildende im ersten Lehrjahr. Darüber hinaus gibt es in vielen Branchen (allgemeinverbindliche) Tarifverträge, die die Vergütung für Auszubildende klar regeln.

Ausbildungsvergütung ist steuerpflichtig

Die Ausbildungsvergütung ist steuerpflichtiger Arbeitslohn. Der Ausbildungsbetrieb muss also für jeden Auszubildenden die ELStAM (Elektronische Lohnsteuer-Abzugsmerkmale) abrufen und monatlich eine Lohnabrechnung durchführen. Auch eine zusätzlich gewährte Prämie für gute Ausbildungsleistungen oder bei Lehrabschluss gehört zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Bei einem dualen Studium sind die gezahlten  Ausbildungsvergütungen ebenfalls lohnsteuerpflichtig. Vom Arbeitgeber übernommene Studiengebühren sind steuerfrei. Dennoch müssen die meisten Auszubildenden keine Steuern zahlen, denn bei einer monatlichen Vergütung bis ca. 1.000 Euro fällt (bei Lohnsteuerklasse I) keine Lohnsteuer an. Das zu versteuernde Einkommen liegt in diesem Fall durch den Werbungskostenpauschbetrag von 1.000 Euro und die abziehbaren Vorsorgeaufwendungen unterhalb des Grundfreibetrags (9.168 Euro in 2019).

Auszubildende sind versicherungspflichtig beschäftigt

Zur Berufsausbildung Beschäftigte unterliegen der Sozialversicherungspflicht. Teilnehmer an dualen Studiengängen sind den zur Ausbildung Beschäftigten dabei gleichgestellt. Damit sind Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Diese sind grundsätzlich jeweils zur Hälfte vom Auszubildenden und vom Arbeitgeber zu tragen. Bis zu einer Ausbildungsvergütung von monatlich 325 Euro brutto muss der Arbeitgeber allerdings die vollen Beiträge zur Sozialversicherung allein tragen. Dies gilt dann auch für den Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung (0,25 %) für kinderlose Auszubildende über 23 Jahre, den normalerweise der Arbeitnehmer zahlt. Zudem hat der Arbeitgeber die Beiträge zu den Umlagen U1 (Lohnfortzahlung bei Krankheit), U2 (Mutterschaft und Beschäftigungsverbot) sowie zur Insolvenzgeldumlage zu zahlen.

Auszubildende gelten nicht als Mini- oder Midi-Jobber

Auszubildende gelten nicht als sozialversicherungsfrei geringfügig Beschäftigte, d. h. sie sind auch bei einer Ausbildungsvergütung von bis zu 450 Euro monatlich keine Mini-Jobber. Auch die sogenannte Gleitzonenregelung, wonach bei Vergütungen bis 1.300 Euro (Übergangsbereich oder Midi-Job) der Beitragsanteil für den Arbeitnehmer nur langsam bis zum hälftigen Beitrag ansteigt, kann für Auszubildende nicht angewendet werden.

Werbungskosten sind abziehbar

Auch Auszubildende können ihre mit der Berufsausbildung verbundenen Aufwendungen als Werbungskosten geltend machen, beispielsweise Fahrtkosten in Höhe von 0,30 Euro je Entfernungskilometer für Fahrten von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte. Bestimmt der Arbeitgeber den Ausbildungsbetrieb als erste Tätigkeitsstätte, gelten die Fahrten zur Berufsschule als Dienstreisen. Für diese Fahrten können die anfallenden
Kosten für ein genutztes öffentliches Verkehrsmittel oder 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer mit dem Pkw (0,20 Euro bei anderen motorisierten Fahrzeugen) als Werbungskosten abgezogen werden. Eine Steuererklärung abzugeben lohnt sich allerdings nur, wenn Lohnsteuer abgeführt wurde und die tatsächlich angefallenen Werbungskosten 1.000 Euro übersteigen oder Sonderausgaben bzw. außergewöhnliche Belastungen abziehbar sind.

Steuerfreie Erstattungen auch bei Auszubildenden möglich

Der Arbeitgeber kann die als Dienstreisekosten abziehbaren Fahrtkosten auch Auszubildenden steuerfrei erstatten oder zusätzlich zur Ausbildungsvergütung ein Job-Ticket spendieren, welches steuerfrei auch für private Fahrten im ÖPNV genutzt werden darf. Es fallen auch keine Steuern an, wenn der Arbeitgeber ein betriebliches Fahrrad zusätzlich zur Ausbildungsvergütung zur Verfügung stellt, das der Auszubildende auch privat nutzen darf. Zudem sind steuerfreie Sachbezüge bis zu 44 Euro monatlich möglich. Nicht zuletzt kann eine Erholungsbeihilfe gezahlt werden. Diese Beihilfe muss vom Arbeitgeber pauschal mit 25 % (zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) versteuert werden. Sie darf bis zu 156 Euro pro Jahr für Ledige und ggf. zusätzlich 52 Euro für jedes Kind sowie 104 Euro für den Ehepartner des Auszubildenden betragen.

Arbeitsrechtliche Besonderheiten sind zu beachten

Auszubildende sind oftmals noch nicht volljährig. Daher müssen Ausbildungsbetriebe das Jugendarbeitsschutzgesetz bezüglich Arbeitszeit, Urlaubsanspruch und Probezeit beachten. So haben Auszubildende, die jünger als 18 Jahre sind, gestaffelt nach Alter, Anspruch auf bis zu 30 Tage bezahlten Erholungsurlaub. Zudem sollten Ausbildungsbetriebe beachten: Endet ein Ausbildungsverhältnis nach dem 30. Juni des laufenden Jahres, dann hat der Auszubildende Anspruch auf den vollen Jahresurlaub.

(Stand: 05.09.2019)

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